ST. REMIGIUS  |  INGELHEIM

In der Nähe der frühmittelalterlichen St. Remigius Kirche wird der ursprüngliche merowingische Königshof vermutet, der bis zum Bau der Kaiserpfalz von Ingelheim die Residenz der Könige war. Der Baubeginn des Turms wie er sich heute noch darstellt, wird auf das Jahr 1155 datiert, bei Ausgrabungen wurde jedoch festgestellt, dass die Gründungsmauern des Turms ins 6.-7. Jh. eingeordnet werden können. Hier wurde eine frühmittelalterliche Taufpiscina freigelegt. 

Der Turm war in den 70er Jahren mit einem zementhaltigen Mörtel neu verputzt worden, der aufgrund von Hohllagen und Rissbildungen nicht mehr zu halten war, der Untergrund hatte starken Schaden genommen, insbesondere die Zierglieder aus Tuffstein. 

Das Mauerwerk wurde im Trockenspritzverfahren stabilisiert, die Werkstücke steinmetzmäßig ergänzt. Der Turm erhielt dann einen NHL-Kalkputz in handwerklicher Technik, zum Schluss wurde die aufwändige Farbfassung wiederhergestellt. 

In einem 2. Bauabschnitt wurde das Turminnere als musealer Raum durch eine Treppen- und Stegerschließung nutzbar gemacht, die die bedeutenden Ausgrabungsfunde aus dem 6. Jh. für Besucher zugänglich macht und mit einem Beleuchtungskonzept in Szene setzt.